Facings bzw. Non-prep Veneers

... diese werden durch ein rein additives Verfahren hergestellt ...

Bei Facings handelt es sich um eine Sonderform der Veneers. Es ist ein ausschließlich additives Verfahren und soll alters- oder mundmilieubedingten Schmelzverlust ersetzen. Dieses Verfahren funktioniert natürlich nur, wenn zuvor schon eine ordentliche Zahnreihe bestanden hat. Meist entsteht eine Mischung aus additiven und subtraktiven Verfahren in Anlehnung an ein Waxup.

... die Oberfläche des Zahnes muss als Vorbereitung für das Klebeverfahren aber ebenfalls angerauht werden ...

Diese in letzter Zeit häufig angewandte Bezeichnung beschreibt oben genanntes Verfahren, da bedingt durch den rein additiven Weg der darunterliegende Zahn eben nicht präpariert, also beschliffen wird. Diese für Patienten sehr attraktive Variante wird derzeit vom Marketing einiger Franchiseunternehmen stark gepuscht und es erscheint der Eindruck, dass mittlerweile alle Fälle mit diesen sog. Non-prep Veneers gelöst werden könnten. Bei Sichtung der entsprechend einschlägigen Hochglanzbroschüren fällt jedoch auf, dass die wenigsten Fälle mit genau dieser Technik durchgeführt worden sind, des Weiteren wird das "oberflächliche Anrauhen" eben nicht als Beschleifen dargestellt, welches jedoch technikbedingt notwendig ist, in diesem Fall jedoch nach Herstellung der Veneers gemacht wird. Da frägt man sich zurecht nach der Präzision die im Beschleif/Abdruckverfahren ca. 20µ beträgt und sicherlich im Fertigungs/Anrauhverfahren nicht gehalten werden kann.

Auch das Einkleben mit Einsetzthilfen, bei welchem 10 Veneers auf einmal eingesetzt werden, zeigt sich in einschlägigen Youtube-filmchen als alles andere als überzeugend. Hierdurch kann zwar der Preis deutlich nach unten gedrückt werden. Da die Aktion aber an eigentlich naturgesunden Zähnen gemacht wird, ist fraglich ob hierdurch nicht mehr Schaden gesetzt wird, als dass Vorteile entstehen.

Hierzu ein Auszug aus einem Artikel von Prof. Dr. Martin Jörgens Cosmetic dentistry 1/2009:

"... Der Markt wird derzeit überschwemmt mit multiplen Angeboten von reinen Non-Prep-Veneers. Diese haben vielfach Ihre Berechtigung und bilden auch ein hervorragendes Marketingtool in der ästhetisch spezialisierten Fachpraxis. Die Indikationsbreite wird jedoch schmaler, wenn besondere und individuelle Farb- und Formgestaltungen seitens des Patienten gewünscht werden oder aber habituelle Dysfunktionen seitens des Patienten bestehen, die eine rein standardisierte Veneererstellung ausschließen. Zu wichtig ist in solchen Fällen die Ermittlung umfassender funktionsanalytischer Daten,... um eine möglichst harmonische Okklusionsgestaltung und vorallem eine störungsfreie Artikulation zu ermöglichen. Ziel muss es  für jeden noch so schönen Veneerfall immer sein, eine Langlebigekeit der Veneers zu erzielen durch eine Minimierung möglicher Frakturrisiken...."




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