Klasse II/2 nach implantologischer Fehlpositionierung

Vor mehr als 10 Jahren wurden der Patientin Implantate in Folge eines Autounfalles im Frontzahngebiet gesetzt unter Beibehaltung des Zahnes 21. Durch mangelndes Knochenangebot wurde damals das Implantat noch an einer Stelle gesetzt an der ausreichend Knochen bestand, so dass es zu einer räumlich, axialen Fehlpositionierung der Frontimplantate kam.

Ausgangssituation

Aufgrund von mehreren Grunderkrankungen inklusive Unfall mit Verlust von 3 Frontzähnen war der Motivationsgrad zur Mundhygiene bzw. Zahnerhaltung, gemessen am Ergebnis, welches immer als nicht verbesserbar dargestellt wurde, verständlicherweise nicht besonders hoch. Zudem gesellte sich ein erhöhtes Angstpotential durch frühere Behandlungen hinzu, was es der Patientin sicherlich nicht einfacher machte, den Weg zu einer Behandlung zu finden.

Erstaunlicherweise standen kieferchirurgische Maßnahmen (im Sinne von Dysgnathieoperationen) im Raum und die Zähne sollten in diesem Zusammenhang zuerst saniert werden. Nach Absprache mit den Therapeuten und einem diagnostischen Wax-up, bei welchem die therapeutische Uhr vollkommen zurückgedreht wurde, der Zahn 21 als Opfer für eine ordentliche Verzahnung entfernt werden sollte, konnte klar dargestellt werden, dass eine Dysgnathie-OP keine Verbesserung im ursächlichen Sinne bringen würde, sondern nur symptomatische Korrekturen erreicht werden könnten.

ohne jegliche Vorbehandlung

Modelle in zentrischer Montage

In zentrischer Montage wurde klar, daß der Fall prothetisch gelöst werden kann, wenn die Frontrelation, bedingt durch die Implantatachse sowie der falschen Achse des 21, nicht berücksichtigt wird. Geplant ist eine Abformung auf Implantatschulterniveau um durch Angulation des Abutments die Frontzähne retral einzustellen und damit die sagitale Stufe zu minimieren.

 

zentrische Position

Wax-up

Im Wax-up wurde versucht eine ordentliche Okklusion zu erreichen indem die Oberkiefer Front deutlich nach retral eingestellt wurde. Natürlich wurde der Fall zuerst durch eine zentrische Schiene stabilisiert - das versteht sich von selbst. Das Waxup dient als Planungs- und Entscheidungsgrundlage über die weiteren therapeutischen Schritte.

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